AfD, quo vadis?

Die AfD ist sei einiger Zeit sehr mit sich selbst beschäftigt. Für eine junge Partei hat sie große, ja überragende Wahlsiege gefeiert und dennoch, vielleicht auch gerade deshalb, wird sie gerade durchgeschüttelt. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Hauptströmungen unterscheiden: den „Höckeanern“ und den „Petry-Jüngern“. Wobei es so aussieht, als ob die Höckeaner nichts anderes wollen als eine eigenständige, von den sogenannten Altparteien losgelöste, basis-demokratische Partei und die Petry-Jünger eine angepasste Partei der angeblichen Mitte, die grundsätzlich einer Koalition mit der CDU nicht abgeneigt erscheint. Ob es mit dem Naheverhältnis Petrys zu Georg Milbradt in Sachsen zu tun hat, kann nur vermutet werden, klar ist aber, daß die AfD diese erzwungene Unruhe und den damit aufgedrückten Richtungskampf so dringend braucht wie eine Halsentzündung.

Da verwundert es nicht, wenn sich verschiedene, immer mehr werdende AfD-Mitglieder wie Funktionäre wie folgt aussprechen:

„Aktuell vernetzen sich die Bundestagskandidaten der AfD deutschlandweit, um beim bevorstehenden Bundesparteitag in Köln am 22./23. April auf „Nichtbefassung“ zu plädieren. Das heißt, dass kein einziger Antrag diskutiert werden soll, der über das Bundestagswahlprogramm und das Spitzenkandidatenteam hinausgeht, zu dessen Verabschiedung der Bundesparteitag ja einberufen wurde. Damit sollen Frau Dr. Petrys Anträge gar nicht diskutiert werden, mit denen sie sich gegen das gültige Mitgliedervotum eine alleinige Spitzenkandidatur zuschanzen will sowie auch nicht ihr weiterer Antrag, der AfD zur Unzeit eine Strategiediskussion aufzuzwingen. Letztere ist völlig unnötig, da die Strategie im gültigen Parteiprogramm abgebildet ist.
Um Frau Dr. Petry einen gesichtswahrenden Kompromiss zu ermöglichen, haben Vertraute auf sie eingewirkt, durch Rückzug ihrer Anträge, die als chancenlos erachtet werden, eine Konfrontation mit den eigenen Mitgliedern zu vermeiden. Leider verhält sie sich beratungsresistent.
Die aktuellen Entwicklungen geben Gerüchten Auftrieb, dass Frau Dr. Petry bereits die Seiten in Richtung CDU gewechselt haben könnte und diese Konfrontation in den eigenen Reihen bewusst anstrebt, um der AfD vor der Bundestagswahl massiv zu Schaden. Ein medienwirksamer Rücktritt verbunden mit Vorwürfen, dass nach ihrem „liberalen“ Ausstieg aus der AfD in der Partei angeblich nur noch „Höckeaner und braune Soße“ verblieben, wäre in der Tat eine clevere Strategie der politischen Gegner und der Mainstreampresse, um die AfD zu zerstören.“

Nun, ganz von der Hand zu weisen erscheint diese Strategie nicht, vor allem wenn man aufmerksam die Entwicklung der AfD in den letzten Monaten beobachtet hat. Ob hier eine gewisse „Dankbarkeits-Abhängigkeit“ Petrys zu bestimmten Personen der Auslöser für diese Richtungsdebatte war, wird sich wohl erst in der Zukunft herausstellen. Es bleibt zu hoffen, daß die Mehrheit der Delegierten dies erkannt hat und eine unnötige Spaltung der AfD verhindert wird.

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