Tempo

Seit zehn Tagen ist Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika angelobt und im Amt. In dieser sehr kurzen Zeit hat Trump mehr Fakten geschaffen, Dekrete unterschrieben, Finanzierungen gestrichen oder genehmigt, Personal verändert und vieles mehr, als irgendein amerikanischer Präsident zuvor. Wahrscheinlich mehr als irgendein Politiker zuvor. Und hier wird der größte Unterschied zwischen einem Konzernchef und einem Berufspolitiker in sehr eindrucksvoller Art und Weise sichtbar.

Der Zeitfaktor.

Make America great againIn der Wirtschaft kommt es sehr oft darauf an Entscheidungen schnell zu treffen. Schneller als die Konkurrenz. Man muß oft einen Wettbewerbsvorteil durch schnelles Handeln erzielen, das sogenannte „competitive edge“, der Vorsprung, der den Unterschied zwischen Erfolg und Mißerfolg ausmacht. Ein Firmenchef gibt die Richtung vor und passt die Geschwindigkeit den notwendigen Voraussetzungen an, dieses Ziel in kürzester Zeit mit dem größtmöglichen Erfolg zu erreichen. Sind alle Entscheidungen immer richtig? Nein, schließlich gibt es eine Fülle von Einflüssen, die nicht vorhersehbar sind und erst im Laufe der Handlungen eintreten. Es ist nicht wichtig immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, es ist aber wichtig immer Entscheidungen zu treffen. Je kürzer die Abstände der Richtungsänderungen an den Wegegabelungen des Lebens sind umso schneller kann man auf falsche Entscheidungen reagieren und sich wieder auf das Ziel einrichten.

Total konträr die Vorgehensweise eines Berufspolitikers. Hier wird auf Zeit gespielt. Meistens aber nur Zeit verspielt. Es wird tunlichst vermieden Entscheidungen zu treffen denn jeder Politiker weiß, daß er nicht nur Freunde hat und bei jeder Entscheidung der Anteil seiner Feinde in dem einen oder anderen Lager zunimmt. Es gilt in erster Linie die jeweilige Legislaturperiode halbwegs schadlos zu überstehen um wieder gewählt zu werden. Notwendige aber unpopuläre Entscheidungen werden so lange vor sich hergetrieben bis sie sich entweder von alleine gelöst haben weil irgendeine unumkehrbare Entwicklung dann eingetreten ist oder bis ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist. Wahlen zum Beispiel. Der Zeitfaktor ist entscheidend. Je länger eine Entscheidung dauert umso abgeschwächter und oft uninteressierter und unaufmerksamer sind die Menschen. Denn irgendwann kann man bestimmte Themen einfach nicht mehr hören. Es wird beraten. Das Problem an sogenannte Fachausschüsse weitergeleitet.
Dort wird von Anfang an alles besprochen. Die einzelnen Sitzungen sind zeitlich extrem weit von einander entfernt, Teilergebnisse dauern oft monatelang um dann am Ende rechtlich nicht bindend zu sein sondern nur empfehlenden Charakter zu haben. Mittlerweile verändert sich die Situation und am Ende findet man dann eine komplett andere Realsituation vor als in diesen Ausschüssen diskutiert wurde.

Zurück zum Start und gehe nicht über los (aber ziehe trotzdem 2000€), heißt die Devise.

Die tägliche MutprobeObwohl sich Herr Kern in monatelanger Vorbereitung an die Macht geputscht hat, fiel im erst über ein halbes Jahr später ein, daß er einen Plan benötigt. Naja macht nichts, zumindest ist schon ein halbes Jahr als Bundeskanzler vergangen ohne, daß er sich extreme Fehler geleistet hätte. Klar, wo nicht gehobelt wird, fallen auch keine Späne.

Nach der ersten Regierungswoche von Donald Trump wird die Welt nicht mehr so sein wie davor. Die Menschen sehen jetzt was alles möglich ist. Und sie wundern sich. Kein Wunder, daß dem Politestablishment seine Felle jetzt davonzuschwimmen drohen. Mit aller Macht muß Donald Trump als gefährlich gebrandmarkt werden. Weil er handelt. Eine Tätigkeit, die unseren europäischen Politikdarstellern wahrlich ein Gräuel ist. Jetzt plötzlich sieht die Welt was ein einziger Politiker im Stande ist zu erreichen – in kurzer Zeit. Jahrzehntelang hat man uns eingelullt und uns erklärt, daß das alles immer sehr lange dauern muß und alles sehr kompliziert ist. Deshalb gibt es Politiker, und nur die können diese Geheimwissenschaft durchblicken. Kein anderer profaner Mensch kann diese Schwierigkeiten jemals begreifen. Am besten sollten sich normale Menschen mit Politik überhaupt nicht befassen, denn dafür sind sie nicht gemacht. Direkte Demokratie ist Blasphemie. „Vertrau mir, ich bin ein Politiker“ ist das Motto.
Mit diesem Lügenkonstrukt ist jetzt ein für alle Mal abgerechnet worden.

Ganz deutlich ist die Diskrepanz zwischen einem, der anpackt und Lösungen findet und diejenigen, die versuchen mit allen Tricks die Zeit ungenutzt verstreichen zu lassen um ihren Platz am Futtertrog so lange als möglich zu gewährleisten.

Damit ist Schluß.

Trump sei Dank.

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