Plan A

Zwei Stunden hat es gedauert, den sogenannten „Plan A“ zu erklären. Vermutlich gibt es auch kaum jemanden der den gesamten Ausführungen des Interim-Kanzlers zuhören konnte. Vielleicht liegt es am Inhalt, der eher an eine Lesung des Handbuchs für politische Baukastenfloskeln erinnerte als an ein wohl durchdachtes Regierungsprogramm. Falls es überhaupt eines sein sollte. Natürlich nicht, denn Herr Kern repräsentiert ja nur 50% der Regierung. Was war es dann was beim Zuhörer den unkontrollierbaren Gähnreflex auslöste? Die Art des Vortrages? Das Oberlehrerhafte mit dem beißenden Touch des Arroganten? Die Darstellung eines GRÖFAZ für Arme auf einer Mickey-Maus-Bühne mit bezahlten Statisten?
Es ist fast müßig sich auch noch durch die Analyse zu quälen wenn man sich schon durch die Rede quälen mußte. Nicht falsch verstehen, rhetorisch 1A, nur sind wir Österreicher nach den vielen glücklosen Bundeskanzler doch schon etwas abgestumpft um schon wieder eine Sonntagsrede zu hören. Das Einzige was man pausenlos dazwischenrufen wollte, war: Jo eh, mach endlich was!

derkleinemuckUnd da taucht auch schon das tatsächliche Problem auf. Herr Kern ist kein Macher. Er ist vielmehr ein Will-Macher, also er würde schon gerne wollen wenn er könnte. Doch bloß er kann es nicht. Er konnte es nicht bei der ÖBB und warum sollte er es jetzt können. Das Putschen ins Bundeskanzleramt ist eine ganz andere Disziplin als das langwierige Analysieren der Probleme, das Erstellen von neuen Systemen und Strukturen und das Finden von Mitstreitern, die die selbe Vision und den Willen zur Veränderung haben bis hin zum „die PS auf den Boden bringen“ mit einem Team, welches an einem Strang zieht und das Ziel für Österreich vor Augen hat.

 

Das wäre Führung gewesen. Was Herr Kern geliefert hat, war Verführung.
Schbuch-gehirntrainingöne Worte, teilweise auch sehr wahr, in schön formulierte Sätze verpackt, die in ihrer Gesamtheit flach, abgedroschen und unverbindlich klangen. Im Prinzip eine long-version seiner Antrittsrede. Also eine Antrittsrede 2.0. Plan A eben. Eher Plan A 2.0. Eigentlich Plan B und  auch dieser in einer sehr abgeschwächten Form, ja nichts versprechen, nur nicht zu konkret werden, denn die roten Think-tanks wissen, daß HC Strache diese Rede auswendig lernen wird und jeden Buchstaben hinterfragen und auf Ergebnisse überprüfen wird. Wobei beides eher Zeitverschwendung sein wird, denn das Wahlvolk leidet schon seit eh und je an einem extremen Kurzzeitgedächnis und in ein paar Tagen bleibt außer „Plan A“ nichts mehr übrig. Und was Plan A dann ausgesprochen bedeuten wird, wird uns noch in den nächsten Monaten die eine oder andere lustige Episode bringen.

In diesem Sinne, alles wie bisher, Rot und Schwarz werden weiter wurschteln und der Name des Bundeskanzlers wird uns in der gleichen Erinnerung bleiben wie der seines Vorgängers.

Felix Austria.

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