Primus inter pares

Es ist vollbracht. Alexander van der Bellen ist Bundespräsident von Österreich. Alexander van der Bellen ist der einzige Bundespräsident, der ausschließlich gewählt wurde um einen anderen zu verhindern. Für den taktischen Wähler keine große Sache, für Van der Bellen ist das entscheidend, denn er hat keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung. Weder faktisch noch moralisch. Norbert Hofer konnte fast 50% der Wähler dazu bringen ihn zu wählen. Das ist eine Leistung, die vor ihm noch kein freiheitlicher Bundespräsidentschaftskandidat geschafft hat.
Ein grandioses Ergebnis, wenn man bedenkt, daß Hofer gegen eine zerstörerische Welle hatte ankämpfen müssen. Nun gut, es hat nicht gereicht.

Natürlich ist man rechts enttäuscht. Natürlich hätte man sich dieses Zeichen gerne gewünscht. Denn mehr als ein Zeichen wäre es ja ohnehin nicht gewesen. Der österreichische Bundespräsident hat ja mehr die Funktion einer repräsentativen potemkinschen Hausfassade denn einer tatsächlichen Staatsgewalt. Obwohl sich die Stimmen schon wieder lautstark Gehör verschaffen wollen, es sei wieder nicht mit rechten Dingen zugegangen und man sei wieder einmal betrogen worden, ist eines klar: Dieses Mal ändert sich nichts mehr. In den sozialen Medien gibt es aber immer noch einige wenige, aber laute, Besserwisser, die ganz klar „beweisen“ wollen, daß es wieder ein Betrug war. In diesem Fall allerdings ist die überwiegende Mehrheit der Hoferwähler zwar auch enttäuscht, aber, nachdem auch viele von ihnen als Wahlbeisitzer fungiert hatten, der Meinung, daß dieses Mal soweit alles ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Das alleine wäre ja keine große Angelegenheit, irgendwann würden diese „Betrugs-Stimmen“ auch wieder verstummen und wir würden uns wieder auf die wesentlichen Probleme dieser rotgrünen Republik konzentrieren können. Wäre da nicht ein kleines Problem.

Aufgestachelt dubuch-spione-uberallrch die Medien, wie auch schon nach dem ersten Wahlgang, wird versucht Norbert Hofer als die neue Nummer eins in der FPÖ darzustellen und Heinz-Christian Strache nahe zulegen diesen Platz freizumachen. Verstärkt wird das durch linke agents provocateurs, die hier, mit medialer Rückendeckung, ihre Chance wittern, die FPÖ zu spalten. Zum Teil trifft das auf fruchtbaren Boden, denn einige sind sehr versucht, die Schuld an dieser Niederlage jemand anderem umzuhängen. Wohl vergessend, daß sie es oft selbst sind, die sich nicht bis kaum bewegt hatten um Ihr Umfeld zur Wahl Norbert Hofers zu überzeugen. Manche sind sogar gar nicht wählen gegangen. Ob es ihr schlechtes Gewissen ist oder einfach eine Lebenseigenschaft ist, anderen die Schuld zu geben für das Wegschieben der eigenen Verantwortung, kann hier nicht näher analysiert werden, klar ist aber, daß diese Eigenschaft kontraproduktiv ist.

Wir können davon ausgehen, daß Norbert Hofer absolut loyal gegenüber HC Strache ist und unter keinen Umständen als Bundeskanzler kandidieren wird, solange Herr Strache das selbst tut. Ob manche Außenstehende das nun anders wollen, ist de facto unerheblich, ja sogar schädigend. Ein rechtes Dilemma dürfte sein, daß es immer wenn man als gesamtes rechtes Lager eine Größe bekommt, wo es möglich und sogar wahrscheinlich wird, daß man bei nächster Gelegenheit Regierungsverantwortung übernehmen wird, es zu einer Spaltung kommt. Natürlich sind wir alle freie und selbständige Menschen mit eigenen Meinungen und Zielen, jedoch müssen wir diese auch nicht aufgeben wenn wir, innerhalb der rechten Bewegung, eine verstärkte Loyalität leben. Unterschiedliche Meinungen sind für einen Wachstumsprozess auch unbedingt notwendig aber es darf nicht sein, daß es dazu führt, daß wenn nicht jeder die jeweils eigene Meinung bedingungslos akzeptiert, daß wir uns intern beschimpfen und zerfleischen bis hin zu einer Spaltung. Ob der Eine oder der Andere besser für eine Position in Frage kommt, können wir von außen sowieso nicht vollständig bewerten, noch beeinflussen. Sowohl HC Strache wie auch Norbert Hofer werden diese Entscheidung treffen. Ohne Zurufe und Beschimpfungen von außen. Ganz im Gegenteil. Das rechte Lager sollte über alle Maßen dankbar sein, daß endlich eine starke und eine charakterlich komplett verschiedene Person Führungsqualitäten hat und in der Öffentlichkeit gut ankommt. Das Ziel sollte sein, mehr von diesen starken Persönlichkeiten in der Freiheitlichen Partei zu haben. Wenn sich alles nur auf eine Person konzentriert, wie zu Zeiten Haiders, kann mit einem Schlag eine gesamte Bewegung zugrunde gehen, fehlt diese Person und fehlen entsprechende Nachfolger.

buch-politik-wagenDie kommenden Aufgaben sind riesengroß. Größer und schwieriger als daß sie von nur einer Person getragen werden können. Es ist für den Erfolg der Freiheitlichen im speziellen und für den Erfolg der Rechten im allgemeinen unabdingbar, daß mehrere starke Schultern diese Herausforderungen stemmen können. Die Freiheitliche Partei hat eine Größe und Stärke gewonnen, die es verlangt mehrere gleichrangige und gleichwertige Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und einzusetzen. Nach dem Prinzip „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen) wird Heinz-Christian Strache entscheiden wie es weitergehen wird und wo diese vielen starken Persönlichkeiten (jetzige und zukünftige) einzusetzen sind. Nur so, geeint, gemeinsam das Ziel vor Augen, können wir die Übermacht, wie sie sich in den letzten Monaten manifestiert hat, überwinden und siegreich die kommenden Wahlen bestehen.

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