Sankt Adolf

Was für ein Gassenhauer!
71 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges ist Adolf Hitler immer noch auf Welttournee. Immer anwesend. Wie der Geist aus der Flasche, wird er immer dann herausgeholt wenn der Journaille nichts mehr einfällt. Hier aufzuzählen, wer aller als Nazi bezeichnet wurde in den letzten Jahrzehnten würde bei weitem den Rahmen sprengen. Sicher ist allerdings, Hitler ist unser liebster Schutzheiliger. Er schützt uns vor der Auseinandersetzung mit sachlichen Argumenten, mit Fakten und mit Daten.

Kaum gerät eine Diskussion ins Stocken oder der Moderator (oft auch die Moderatorin) fürchtet um die Einschaltquoten, ist er wieder da. Der Schutzheilige aller Medien, der Schirmherr der Einfallslosen, der Gottseibeiuns der Journalisten.

Sofort wird sie verlangt, die Liturgie des Sich-distanzierens. Bevor der Gesprächspartner noch auf den Gedanken kommt, mit Fakten argumentieren zu können, muß er in den Lobgesang der Sichdistanz einstimmen als heiliges Ritual um überhaupt die Chance zu bekommen über andere Themen zu sprechen. Die Worte „Ich distanziere mich …“ sind die Eintrittskarte in eine politisch korrekte rosarote Welt, in der es der einfachheithalber nur eine Meinung gibt. Das ist überschaubar, auch für Kleinhirne, und jeder, der zu den zwölf (12!!) Jahren Tausendjähriges Reich eine abweichende Meinung hat, ist ein Heretiker und wird mit größter Genugtuung,  vor einer geiffernden Menge, am Scheiterhaufen der political correctness verbrannt.

Um den medialen Scheiterhaufen herum stehen dann die Vertreter des Establishments mit ihren angefütterten Bäuchen und ihren erhobenen Zeigefingern und werfen voll hetzerischer Lust die brennenden Streichhölzer in die hoch aufgetürmten Holzscheite. buch-die-faschismuskeuleUnd nass müssen sie sein, diese Holzscheite. Deren sinnvernebelnder und stinkender Rauch muß kilometerweit zu sehen sein als Warnung für alle Heretiker, die nicht, im vorauseilenden Gehorsam, noch bevor sie überhaupt gefragt wurden, in die liturgische, oft auch lethargische, rosenkranz-abbetende Abbitte, den Blick gen Brüssel gewandt, einstimmen.

Im 21. Jahrhundert hat sich die neue Religion des St. Adolf gefestigt und wird als reformatorische Staatsreligion, vor allem in den deutschsprachigen Ländern, dem Katholizismus und dem Protestantismus bald den Rang ablaufen. Ob in den brüsseler Kathedralen oder in den Opferstätten in Berlin und Wien, die Hohepriester der Meinungsdiktatur predigen unablässig ihre dunklen Allmachtsfantasien und treiben Nichtkonforme mit der Keule des Faschismus durch die medialen Straßen und Marktplätze.

Diese Nazi-Scheiterhaufen produzieren viel zu viel Kohle für die selbsternannten Hüter der Toleranz, als daß auch nur einer daran denken möchte, Logik und Menschenverstand einzusetzen.

Doch das Feuer erlöscht.

Kaum jemand außerhalb der St.-Adolf-Gedächtniskirchen kann mit diesem Kult etwas anfangen. Die Menschen wenden sich angewidert von deren Vertretern ab. Die Zahl der gutmenschlichen Jünger verringert sich zusehends und der erhobene Zeigefinger der satanischen Prediger geht nahtlos auf die terroristischen Selbstmordattentäter über.

Es ist längst an der Zeit, die wirklichen Übeltäter zu bekämpfen und anachronistische Argumentationen aus einem vergangenen Jahrtausend auch genau dort zu belassen.

Die Welt hat neue Herausforderungen, die rasch gelöst werden müssen. Neue Lösungen können nicht mehr mit alten Verhinderungskeulen niedergeschlagen werden. Die Menschen sind mündig, sie sind aufgeklärt und lassen sich nicht mehr von ein paar hochmütigen Vertretern des Establishments sagen was sie zu denken und zu tun haben.

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