Die neue Chinesisch-russische Freundschaft

Im September 2016 fanden die größten gemeinsamen Seemanöver Rußlands und Chinas statt. „Joint Sea 2016“ dauerte acht Tage und fand nahe von Guangzhou im Südchinesischen Meer statt. Mehrere Zerstörer und andere Kriegsschiffe, U-Boote, Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Marine-Infanteristen sowie gepanzerte Fahrzeuge und Amphibien-Fahrzeuge nahmen daran teil.

Das Südchinesische Meer wurde auch nicht zufällig für diese gemeinsamen Manöver ausgewählt sondern bewußt als Antwort konzipiert auf die, aus Pekings Sicht, Provokationen der USA, die in diesen internationalen Gewässern mit ihren Kriegsschiffen auf Patrouillenfahrt gingen. „Internationale Gewässer“ aus sicht des Westens, vor allem der USA, die in dieser asiatischen Region in letzter Zeit an Einfluß verloren haben. An Einfluß verloren haben sie hauptsächlich deshalb, weil China mit seinem wirtschaftlichen Aufschwung der letzten 10 Jahre auch ein neues Selbstbewußtsein erworben hat und aus der selbstgewählten nationalen Isolation, nun herauskommen. Dies hat natürlich mit den enormen Rüstungsausgaben zu tun, die dafür sorgen, daß die chinesischen Streitmächte zug um zug modernisiert werden und ein neues Selbstbewußtsein bekamen.
Nicht immer zur Freude der regionalen Nachbaren, mit denen sich China um entweder Festlandgebiete oder Seegebiete streitet.

Doch warum gerade das Südchinesische Meer? Durch dieses Meer werden jährlich mehr als fünf Trilliarden US$ an Handelsgütern verschifft und weiters vermutet man dort gigantische Tiefseeöl und -Gasvorkommen. Diese könnten sich für China in Zukunft als überlebenswichtig herausstellen, benötigt es doch für seinen Wirtschaftswachstum gigantische Mengen an Rohstoffen.

Auch wenn diese militärische Zusammenarbeit nun noch lange keine militärische Allianz bedeutet, ist sie doch ein klares Zeichen an die USA und ein Beweis, daß Rußland und China durchaus, trotz ihrer sonstigen Differenzen, projektweise zusammenarbeiten können und wollen.

Schauplatzwechsel.

Mitte 2016 kam es in Moskau zu einem bedeutenden Treffen an der Lomonosov Universität zwischen hochrangigen akademischen Vertretern von Rußland und China, bezeichnet als „Rectors Forum“. Ziel war es die Zusammenarbeit von Universitäten in den Bereichen der Entwicklung der Jugendbildung zu verstärken. Mehr als 600 chinesische und 200 russische Universitäten haben eine Kooperation miteinander, 25.000 chinesische Studenten sind derzeit in Rußland eingeschrieben und 17.000 russische Studenten studieren in China. Diese Zahlen sollen in den kommenden Jahren exponential erhöht werden.

Am 8. November 2016 trafen sich der russische Ministerpräsident Dmitry Medwedew und sein chinesischer Amtskollege Li Keqiang in St. Petersburg. Beide veröffentlichten eine Erklärung, in der sie eine strategische Zusammenarbeit der beiden Länder im Bereich der friedlichen Nutzung von Kernenergie verkündeten. Gemeinsam werden zwei Kernreaktoren im Atomkraftwerk Tienwan gebaut und der Bau von weiteren Kernkraftwerken in China beschlossen. Zusammenarbeiten will man auch in der Entwicklung von schwimmenden Atomkraftwerken und schnellen Brütern der Generation IV Technologie.

Am 20. November 2016 kam es zu einem Treffen zwischen Präsident Putin und Präsident Xi Jinping in Lima am Rande der APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation). In diesem Treffen ginge es hauptsächlich um die Umsetzung der Bogor Ziele, also Schaffung eines Freihandelsabkommens in der Region Asien-Pazifik. Außerdem wurde auch über eine gemeinsame Stellung zu den derzeitigen internationalen Hauptproblemen (wie zB. Syrien) erörtert und die geplanten Projekte eine Eurasischen Wirtschaftsunion und das Silk-Road-Project besprochen.

Diese historischen Annäherungen zwischen Rußland und China wurden erst ermöglicht durch eine aggressive Außenpolitik der USA in Asien und ein aggressives geopolitisches Desaster in Europa mitsamt einem immer noch ungelösten Ukrainekonflikt und nutzlosen Rußland-Sanktionen der EU, die hauptsächlich die europäischen Länder treffen und schädigen. Rußland hat sich in den letzten Jahren, natürlich notgedrungen, eine neue wirtschaftliche Autarkie erarbeitet und neue globale Partner gefunden.

Europa, als Vasalle der USA, weitgehend unter der Kontrolle von Merkel, ist der tatsächliche Verlierer der aggressiven Politik einer US-Außenministerin Hillary Clinton und eines scheidenden Präsidenten Barack Obama.

Diese festgefahrene Situation könnte sich nun mit Donald Trump etwas auflockern und diese Bunkerstimmung noch gerade rechtzeitig wieder in eine professionelle und kooperative Vorgehensweise der USA übergehen. Zumindest sind die beiden Galionsfiguren dieser politischen Eiszeit, Obama und Clinton, entfernt und das alleine läßt die Welt wieder aufatmen und die Hoffnung an einer Lösung der hausgemachten Probleme aufleben.

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